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Montag, 30. April 2012

So darf Ihr Chef Sie ausspionieren


Vor einigen Jahren war es Lidl, nun sorgt auch Aldi für unrühmliche Schlagzeilen in Verbindung mit der Ausspähung von Mitarbeitern. Wieviel Neugier des Vorgesetzten müssen sich Arbeitnehmer eigentlich gefallen lassen? FOCUS Online gibt die Antworten.

 In hessischen Aldi-Filialen sollen Kundinnen in kurzen Röcken oder mit ausgeschnittenen Tops heimlich gefilmt worden sein, berichtet der „Spiegel“. Filialleiter hätten sich einen Spaß daraus gemacht, mit Überwachungskameras heranzuzoomen und die Videos hinterher auf CD auszutauschen. Doch damit nicht genug: In seinen Zentrallagern soll Aldi Süd auch eigene Mitarbeiter oder die von Speditionen überwacht haben. Das Unternehmen bestätigte, es könne „in wenigen Ausnahmefällen“ vorkommen, dass Mitarbeiter aufgrund eines konkreten Verdachts videoüberwacht werden.

Während der Zoom aufs Kunden-Dekolleté wohl unbestritten zu viel der Aufsicht gewesen sein dürfte, fällt die Überwachung von Mitarbeitern rechtlich gesehen in ein schwieriges Feld. Klar ist: Streitereien rund um die Privatsphäre von Beschäftigten – etwa über die Kontrolle des Emails-Verkehrs – beschäftigen regelmäßig die Arbeitsrechtler der Republik. Dabei rechtfertigen Arbeitgeber solche Aktionen meist mit Qualitätssicherung oder den wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens. Nicht selten versuchten sie aber auch, sich mithilfe mehr oder weniger subtiler Überwachungsmechanismen missliebiger Mitarbeiter zu entledigen, sagt Wolfgang H. Müller, Arbeitsrechtsexperte der Kanzlei Pfalzgraf und Kollegen aus Augsburg. „Früher waren es falsche Spesenabrechnungen – in Zeiten des Internets ist es eben der private Emailverkehr, der als Argumentationshilfe dient.“

Grundsätzlich gilt: Darüber, inwieweit ein Arbeitgeber seine Belegschaft mittels Videoüberwachung, Email- oder Telefonkontrolle überwachen darf, muss der Betriebsrat mitentscheiden. Auch wenn neue Überwachungsmechanismen eingeführt werden, muss er sein OK geben. Gibt es allerdings gar keinen Betriebsrat, wird es schon schwieriger für Mitarbeiter, sich gegen eine übertriebene Paranoia des Arbeitgebers zur Wehr zu setzen. Da hilft im Zweifel nur der Gang vor das Arbeitsgericht. „Aufhänger ist in diesen Fällen stets das Persönlichkeitsrecht des Mitarbeiters, das zu wahren ist“, so Müller. Ein spezielles Gesetz, dass den Arbeitnehmer vor zu großer Neugier des Chefs schützt, gibt es in Deutschland nicht.

FOCUS Online erklärt, wie weit die Chefs gehen dürfen – und wo der Gesetzgeber der Schnüffelei einen Riegel vorschiebt.
  • Ist Videoüberwachung generell erlaubt?
a) Im öffentlichen Bereich?


An öffentlich zugänglichen Orten wie etwa an Bahnhöfen ist eine Videoüberwachung mittlerweile gang und gäbe – und rechtlich unproblematisch, sofern sie mit Hinweisschildern gekennzeichnet wird. Auch innerhalb von öffentlich zugänglichen Räumen wie Supermärkten gilt: Der Arbeitgeber darf Überwachungsdaten in seinen Verkaufsräumen erheben, um legitime Interessen zu schützen – also beispielsweise gegen Diebstahl vorgehen zu können.

b) In öffentlich zugänglichen Räumen?

Dass in einem Supermarkt auch die Arbeitnehmer mit gefilmt werden, liegt in der Natur der Sache – ist aber längst noch kein Freibrief für die Bespitzelung von Mitarbeitern: Eine vorsorgliche Dauerüberwachung von Beschäftigten darf es nicht geben. Schon gar keine heimliche. „Werden einzelne Mitarbeiter ohne ihr Wissen per Videokamera überwacht, muss das zeitlich begrenzt und streng anlassbezogen geschehen – das heißt, es muss einen konkreten Verdacht auf ein gravierendes Fehlverhalten geben“, sagt Henning Timm, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei der Kanzlei Rölfs Partner in München.

c) In Personalräumen?

Selbst dann gibt es noch Grenzen für die Schnüffelei. „Überwachung im persönlichen Bereich – also in der Umkleidekabine oder in der Toilette – müssen sich Arbeitnehmer nicht gefallen lassen“, sagt Arbeitsrechtler Wolfgang H. Müller. Auch die Raucherecke zu überwachen, um zu dokumentieren, in welchem Rhythmus und wie lange Arbeitnehmer zum Raucherpäuschen verschwinden, gehe zu weit.
  • Wie lange dürfen die Video-Daten aufbewahrt werden?
Eine gesetzliche Regelung dazu, wie lange Videomaterial gespeichert werden darf, gibt es nicht. In der Praxis hätten die Arbeitsgerichte bislang häufig 48 Stunden als akzeptablen Zeitraum genannt, so Arbeitsrechtler Müller. „Wenn das Material nicht gerade einen Kunden beim Diebstahl erwischt, gibt es auch keinen Grund, es längere Zeit aufzuheben.“
  • Darf der Arbeitgeber meine Telefonate nachverfolgen?
Heikel wird es in der Regel, wenn es sich um private Telefonate handelt. Ob der Arbeitnehmer Konsequenzen befürchten muss, hängt davon ab, ob die private Nutzung der Telefonanlage erlaubt ist oder nicht. Das darf der Arbeitgeber selbst bestimmen. „Hat er die private Nutzung erlaubt, hat er keinerlei Handhabe, die Telefonate seines Mitarbeiters zu überwachen“, so Timm.

Auch, wenn private Telefonate ausdrücklich verboten sind, müssen Arbeitnehmer in der Regel keinen Lauschangriff des Chefs befürchten. Nur in einzelnen Branchen – wie etwa bei Callcenter-Mitarbeitern – kann es sein, dass der Vorgesetzte zur Qualitätskontrolle Gespräche mitschneiden lässt. Dies muss der Mitarbeiter dann aber auch vorher wissen. Und auch hier darf es nicht zum Dauerzustand werden.
  • Darf der Arbeitgeber meine Emails mitlesen?
Grundsätzlich gilt das Gleiche wie bei Telefonaten: Entscheidend ist, welche Ansage der Arbeitgeber in Sachen Privatmails gemacht hat. „Wenn private Mails verboten sind, kann der Chef stichprobenartig sämtliche Mails checken – denn offiziell gibt es ja keine privaten Emails, die er nicht sehen dürfte“, so Arbeitsrechtler Timm.
  • Darf der Arbeitgeber das Surfen im Internet überwachen?
Problematisch wird es, wenn der Arbeitnehmer während der Arbeitszeit unerlaubt privat surft –und sich dann auch noch auf dubiosen Seiten einen Virus einfängt. „Dann kann der Arbeitnehmer gegenüber seiner Firma sogar schadenersatzpflichtig werden“, sagt Arbeitsrechtsexperte Müller. Gibt es keine Regelung zur privaten Nutzung und kommt es zu Streitigkeiten, wird der Arbeitgeber aber in der Regel erst einmal eine Abmahnung aussprechen, bevor er das schärfste arbeitsrechtliche Schwert zieht: die fristlose Kündigung.
  • Darf der Arbeitgeber heimlich aufgezeichnete Daten von mir gegen mich verwenden?
Hat sich der Chef seinen Beweis für Verfehlungen des Mitarbeiters unerlaubt beschafft, greift grundsätzlich das sogenannte „Beweisverwertungsverbot“. Das heißt: Das Material wird vor Gericht nicht als Beweismittel anerkannt. Allerdings werde das im Zivilrecht weniger streng genommen als im Strafrecht, gibt Arbeitsrechtler Müller zu bedenken. „In der Praxis greifen die Kläger im Zivilprozess dann eben auf einen Zeugen zurück, der das Material gesichtet hat – so bleibt das Ursprungsmaterial außen vor und wird über einen Umweg doch zur Beweisführung verwendet“, erzählt er.

 Deshalb können sich Mitarbeiter, die etwa beim Klauen erwischt wurden, eben nicht darauf berufen, der Chef habe sich seine Beweise illegal beschafft – und darauf verlassen, dass ihnen deshalb nichts passieren kann. „Auch im Sinne des Betriebsklimas ist so ein Verhalten nicht gerade ratsam“, sagt Arbeitsrechtler Timm. In der Regel einigten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer in solchen Fällen aber ohnehin auf einen Vergleich.

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Überwachung von Mitarbeitern bei Aldi: So darf Ihr Chef Sie ausspionieren - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/finanzen/karriere/arbeitsrecht/ueberwachung-von-mitarbeitern-bei-aldi-so-darf-ihr-chef-sie-ausspionieren_aid_745384.html
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Überwachung von Mitarbeitern bei Aldi: So darf Ihr Chef Sie ausspionieren - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/finanzen/karriere/arbeitsrecht/ueberwachung-von-mitarbeitern-bei-aldi-so-darf-ihr-chef-sie-ausspionieren_aid_745384.html
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Überwachung von Mitarbeitern bei Aldi: So darf Ihr Chef Sie ausspionieren - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/finanzen/karriere/arbeitsrecht/ueberwachung-von-mitarbeitern-bei-aldi-so-darf-ihr-chef-sie-ausspionieren_aid_745384.html
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Überwachung von Mitarbeitern bei Aldi: So darf Ihr Chef Sie ausspionieren - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/finanzen/karriere/arbeitsrecht/ueberwachung-von-mitarbeitern-bei-aldi-so-darf-ihr-chef-sie-ausspionieren_aid_745384.html

Melissa und Vanessa


Coffee Shop


Die Kunst der Kunst !


Ausdruck !


Sonntag, 29. April 2012

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Umfrage: AGBs werden weitgehend ignoriert

Der Branchenverband BITKOM hat über 1300 Personen über ihr Surfverhalten befragen lassen. Lediglich 22 Prozent der Befragten lesen im Internet mehr oder weniger regelmäßig die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von Portal-Anbietern. Ganze 6 Prozent lesen die AGBs wirklich immer. Bei dem Desinteresse vieler Nutzer ist auch nachvollziehbar, warum Abzockeseiten noch immer Hochkonjunktur haben.

17 Prozent der Anwender geben zu, im Internet das Kleingedruckte selten zu lesen, 23 Prozent tun dies online nie. Ein weiteres Drittel der Surfer möchte diesbezüglich keine Angaben machen. Der Inhalt der AGBs ist dabei oftmals sehr langatmig und schlecht verständlich. Durch die Ergebnisse der Umfrage sieht sich BITKOM darin bestätigt, dass sich im Web nur wenige Personen das durchlesen, was sie später mehr oder weniger ungesehen bestätigen. Zwar ist es nur verständlich, wenn sich viele Menschen weigern, sich von vorne bis hinten durch den Paragraphendschungel zu quälen. Allerdings bestätigt man damit möglicherweise Paragrafen und Verträge, die einem am Ende nicht gefallen.
22 Prozent der befragten Personen haben die Texte in den meisten Fällen überhaupt nicht verstanden. Mit 53 Prozent wünscht sich über die Hälfte der Teilnehmer verständlichere Formulierungen. Natürlich wollen die Unternehmen ihre Klauseln juristisch so gut wie möglich absichern. Dadurch leidet aber die Verständlichkeit der Texte, mutmaßt der Branchenverband.
Etliche Nutzer begännen zwar mit der Lektüre. Kaum jemand würde sich die AGBs aber wirklich bis zum Ende durchlesen. Wer sein Angebot attraktiver gestalten möchte, soll zusätzlich zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen leicht verständliche FAQs anbieten. Gut verständliche Frage-Antwort-Kataloge entfalten eine positive Wirkung, weil sie das Vertrauen der Kunden in den Anbieter stärken.

Heftig endete der Streit zwischen einer Zahnärztin und ihrem Ehemann in Polen.


Marek Olszewski (45) aus Polen hatte mit Anna Mackowiak (34) Schluss gemacht. Als er jedoch Zahnschmerzen bekommt, sucht er seine Ex auf, will sich behandeln lassen.
Die gehörnte Ex verpasst ihm ein starkes Betäubungsmittel und nutzt die Situation, um sich zu rächen...
Als der Mann aus der Narkose aufwacht, ist sein Kopf bandagiert. Zu Hause vor dem Spiegel der Schock: Marek wurden ALLE Zähne gezogen! Ex-Freundin Anna gegenüber der Polizei: „Ich wollte mich zuerst professionell verhalten. Doch dann kam es über mich ...“

Die Ermittlungen laufen. Und Marek ist wieder solo – seine neue Flamme wollte wohl keinen Mann ohne Zähne ...

Das verlorene wiederfinden . . .

Der wird sich bitter betten,
der treu sich unterfing,
ein teures Gut zu retten,
das längst verloren ging.

(J. Weinheber)

Megaupload: Kim Dotcom erhält Zugriff auf mindestens 750.000 Dollar


Da klingelt die Kriegskasse des Filehosters. Megaupload-Gründer Kim "Dotcom" Schmitz erhält Gelder und PKWs im Wert von mindestens 750.000 Dollar zugesprochen. Dies hat kürzlich das zuständige Gericht in Neuseeland entschieden. Für die Angeklagten ist dies ein wichtiges Urteil. Denn damit können die früheren Betreiber des Filehosters endlich die Kostennoten ihrer Anwälte begleichen.

Gleichzeitig bedeutet das Urteil, dass die restlichen Gelder bis zum Ausgang des Auslieferungsverfahrens in die USA eingefroren bleiben. Entweder das oder laut Urteil maximal für zwei Jahre. Das Gericht hat Kim "Dotcom" Schmitz von seinem eingefrorenen Vermögen von etwa 10 Millionen Dollar monatlich 20.000 Dollar zugesprochen. Außerdem soll er und seine Ehefrau die Luxuskarossen zurück erhalten, zuzüglich zu einmalig über 300.000 Dollar und der Erstattung der medizinischen Behandlungskosten der Ehefrau von Kim Schmitz. Megaupload-Teilhaber Bram Van Der Kolk erhält ebenfalls seinen Mercedes Benz zurück und monatlich 10.000 Euro. Das Unternehmen Megastuff erhält 74.000 Dollar zur Zahlung von diversen aufgelaufenen Rechnungen.
Kim Schmitz, und die drei angeklagten Finn Batato, Mathias Ortmann und van der Kolk warten nun auf die Anhörungen bezüglich ihrer Auslieferungsanträge. Schmitz darf immerhin wieder ganz legal ins Internet, und täglich bis zu 90 Minuten den Swimmingpool seiner gemieteten Anlage benutzen. Schmitz gab bekannt, er würde jetzt an der Produktion eines eigenen Musikalbums arbeiten. Jede Einkommensquelle sei im laufenden Verfahren zur eigenen Verteidigung willkommen, so Schmitz.
In der Vergangenheit hatte das US-Justizministerium argumentiert, die Beschuldigten seien in die USA auszuliefern, weil sie aufgrund ihrer gemeinsam verübten Verbrechen mit mindestens fünf Jahren Freiheitsentzug rechnen müssen. Der zuständige Richter aber gab bekannt, es sei derzeit unklar, ob es überhaupt in den USA zu einer Anklage gegen Schmitz & Co. kommen wird. Den Ermittlern seien mehrere gravierende Formfehler unterlaufen, die ein Gerichtsverfahren grundsätzlich ausschließen. 

Im Reich der namenlos Nackten


Die Transparenzgesellschaft, das Netz und die Demokratie: Durch Anonymität geschützt, kann im Internet jeder alles sagen. Auch Unsinniges, auch Schmähendes. Das ist ein Kulturverfall, meint unser Gastautor Byung-Chul Han. Die Piratenpartei ist letzten Endes eine Partei des zukunftsblinden "Gefällt mir"-Buttons. 

 Die digitale Vernetzung überzieht die Gesellschaft gleichsam mit einer riesigen kollektiven Netzhaut. Alles wird dadurch der Sichtbarkeit ausgeliefert. Die digitale Vernetzung erzeugt Strukturen, die charakteristisch sind für eine Stammesgesellschaft. Sie bringt eine Transparenzgesellschaft hervor, in der praktisch keine Sehlücke geduldet wird. Jede Seh- und Informationslücke erweckt Misstrauen und Verdacht. Sie muss durch Offenbarung, Geständnis und Enthüllung schleunigst geschlossen werden. Angestrebt wird eine panoptische, lückenlose Sichtbarkeit. Diese Transparenzgesellschaft verwandelt sich notwendig in eine Kontrollgesellschaft, in eine Gesellschaft des Enthüllens und des Entblößens.

 Der Ex-Bundespräsident Christian Wulff betonte wiederholt, dass er mit mehr Transparenz das Vertrauen zurückgewinnen wolle, ohne zu begreifen, dass er sich dabei in einen Widerspruch verwickelt. Das Vertrauen ist nur möglich und auch nötig in einem Zustand zwischen Wissen und Nicht-Wissen. Vertrauen heißt, trotz vorhandener Wissenslücke gegenüber dem anderen eine positive Beziehung zu ihm aufzubauen. Die mit einer kollektiven Netzhaut überzogene Transparenzgesellschaft unterscheidet sich grundsätzlich von der Vertrauensgesellschaft. Die Transparenz ist ein Zustand, in dem jede Wissens- und Informationslücke beseitigt ist. Wo die Transparenz herrscht, ist also kein Raum für das Vertrauen vorhanden. Statt „Transparenz schafft Vertrauen“ sollte es eigentlich heißen: „Transparenz schafft Vertrauen ab“.
Mehr Transparenz macht noch mehr Transparenz erforderlich. So nimmt die Forderung nach Transparenz immer radikalere Form an. Das ist der Teufelskreis der Transparenz. An keinem Punkt schlägt sie in Vertrauen um. Das Vertrauen folgt einer ganz anderen Logik. Die Transparenz ist eine Gegenfigur des Vertrauens. Die Forderung nach Transparenz wird gerade da laut, wo es kein Vertrauen mehr gibt. In einer auf Vertrauen beruhenden Gesellschaft entsteht keine penetrante Forderung nach Transparenz. Die Transparenzgesellschaft ist eine Gesellschaft des Misstrauens und des Verdachts, die aufgrund des schwindenden Vertrauens auf Kontrolle setzt.
Die totale Transparenz kann allein durch eine permanente Überwachung und Kontrolle erreicht werden. Die permanente Überwachung beschränkt vor allem die Handlungsfreiheit. Es ist gerade das Vertrauen, das freie Handlungsräume generiert. In seinem Buch „Respekt im Zeitalter der Ungleichheit“ macht der Soziologe Richard Sennett gerade auf diesen sehr wichtigen Sachverhalt aufmerksam: „Die Menschen müssen dem Regierenden vertrauen; mit ihrem Vertrauen gewähren sie ihm eine gewisse Handlungsfreiheit und verzichten auf eine ständige Prüfung und Überwachung. Ohne solche Autonomie könnte er tatsächlich keinen Schritt tun.“

Das Netz ist die mediale Bedingung für die Transparenzgesellschaft. Es ist ein symmetrisches Kommunikationsmedium. Daher ist es sehr schwierig, in ihm asymmetrische Räume oder Strukturen zu etablieren. Die Transparenz ist ein Zustand der Symmetrie. So ist die Transparenzgesellschaft bestrebt, alle asymmetrischen Beziehungen zu beseitigen. Zu ihnen gehört auch die Macht. Daher schafft die Transparenzgesellschaft Machträume ab, indem sie einen symmetrischen Informationsfluss erzwingt. Das Geheimnis, das als Machtmittel eingesetzt werden kann, entsteht gerade durch einen asymmetrischen Informationsfluss. Die symmetrische Informationspolitik erschwert die Bildung der Macht- als Herrschaftsräume.
Die Macht ist aber nicht identisch mit Gewalt, Herrschaft oder Vorteilsnahme. Sie ist an sich weder negativ noch diabolisch. Vielmehr ist sie in vielen Fällen produktiv. Sie bringt einen Freiraum zur politischen Gestaltung hervor. Die Macht ist ein Medium, von dem man Gebrauch macht, um zum Beispiel eine politische Vision zu verwirklichen, ja die Zukunft aktiv zu gestalten und zu verändern. Eine politische Führung im emphatischen Sinne ist allein auf der Grundlage dieses Mediums möglich. In diesem Sinne ist die Macht ein positives Handlungsmedium. Ohne Macht kann man letzten Endes nichts machen und bewirken. Die Piratenpartei betrachtet die Macht problematischerweise ausschließlich unter dem Aspekt ihres Missbrauches.

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Samstag, 28. April 2012

92 Jähriger Filesharer sendete über 100.000 Filme in den nahen Osten

Unzählige amerikanische Soldaten im Irak und Afghanistan erhielten in den letzten Jahren über 4.000 Pakete von "Big Hy". In den Paketen waren über 100.000 illegal kopierte Filme. Der erste Verdacht fiel auf einen osteuropäischen Raubkopierer, doch In Wirklichkeit ist der 92 Jährige Weltkriegsveteran Hyman Strachman aus Long Island der heimliche Filesharer. Die Motion Picture Association of America (MPAA) sieht in seinen Taten kein Problem: “Wir sind dankbar, dass die Unterhaltung, die wir produzieren, ihnen etwas Spaß bringen, solange sie nicht zu Hause sind”, so ein Sprecher. Das ganze Portrait gibt es hinter dem Quellenlink bei der New York Times.

Anonymous rächt sich für Diffamierung von Krimiautoren


Einige Mitglieder der Autorengruppe "Das Syndikat" haben sich für drei Aufnahmen anlässlich des Welttages des geistigen Eigentums ausgezogen. Hinter den nackten Autoren steht ein Pathologe mit Guy Fawkes Maske, der stolz die entnommenen Organe seiner Opfer vorzeigt. Das Internet-Kollektiv Anonymous hat letzte Nacht mit Veröffentlichungen und DDoS-Angriffen auf die makaberen Anspielungen reagiert.

Eine Autorengruppe deutschsprachiger Krimiautoren will mit ihrer Aktion "Hemd ab for your rights!" auf die noch immer anhaltende Urheberrechtsproblematik hinweisen. Acht Mitglieder haben sich in der Kölner Rechtsmedizin auf den Fotos entkleidet um zu zeigen, wie sehr sie von den Politikern in Urheberrechtsfragen im Stich gelassen werden. Im Hintergrund steht ein Kulturfledderer bekleidet mit einer typischen Anonymous-Maske von Guy Fawkes, der zuvor zwei Autoren ihr Herz aus dem Brustkorb entfernt hat. Auf einem anderen Foto, das mit dem Begriff Seelenräuber überschrieben ist, zerrt der anonyme Schlächter einen der Autoren aus dem Kühlschrank heraus. Man möchte damit plakativ zur Schau stellen, wie sehr das Urheberrecht mittlerweile ausgehöhlt wurde.
Provokation hin oder her: Dass Anonymous an den sinkenden Umsätzen der Kreativbranche schuld sein soll, wollten die Aktivisten offenbar nicht dauerhaft auf sich sitzen lassen. Über den Account AnonBaeckerei wurden zahlreiche Daten der am Shooting beteiligten Krimiautoren veröffentlicht. Über diesen Twitter-Account werden auf Pastebin oder vergleichbaren Seiten die Realnamen und sonstigen Daten von Personen veröffentlicht, die sich in der Vergangenheit für eine Einschränkung der Bürgerrechte stark gemacht haben. Kurze Zeit nach der Veröffentlichung wurde die Aktionsseite der Krimiautoren mit DDoS-Attacken kurzfristig lahm gelegt. Mittlerweile ist diese aber wieder in vollem Umfang verfügbar.

Eosander - Schinkel Grundschule / Heute um 11:00

Freitag, 27. April 2012

iPhone: Unlock via SAM bald unmöglich


Apple macht die Schotten dicht. Wer sein Gerät von dieser Beschränkung befreien will, muss sich beeilen. Der Hersteller ist momentan dabei, auf ihren Activation Servern die erst am Sonntag bekannt gewordene Sicherheitslücke zu schließen. Somit ist es derzeit nur noch teilweise und schon bald komplett unmöglich, mit Hilfe von SAM (Subscriber Artificial Module) einen Unlock durchzuführen.

Die Käufer eines iPhones, das auf einen bestimmten Mobilfunkanbieter festgelegt wurde, müssen sich beeilen. Das Aktivierungstool SAM kann momentan nur noch in Einzelfällen die Beschränkung aufheben. Hacker Muscle Nerd stellte gestern per Twitter fest, die bereits ausgestellten Aktivierungs-Tickets für den Unlock funktionieren zwar weiterhin. Allerdings gelingt ein neuer Unlock nur noch selten. Entsprechende Anfragen an die Aktivierungs-Server von Apple führen zumeist nicht mehr zum gewünschten Erfolg. Der Hacker geht davon aus, schon bald geht diesbezüglich überhaupt nichts mehr.
Blogger Redparkz rät dazu, in jedem Fall nach einem gelungenen Unlock das eigene Activation-Tiket aufzubewahren. Wer die Firmware neu aufspielen muss, braucht zwingend sein Ticket für eine Wiederholung des Unlocks. Ansonsten ist die alte Beschränkung wieder aktiv. Erst kürzlich hatte das iPhone Dev-Team ihr Tool redsn0w um die Möglichkeit erweitert, damit gezielt einzelne Ordner abzuspeichern. Eine leicht verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung des Backups findet sich hier.
Übrigens: In unserem Sammelthread zum Thema Jailbreak/Unlock von iDevices werden den Interessierten zeitnah alle neuen Informationen zur Verfügung gestellt.

Die dicke Ute


Der arme Poet !


Beifall für Gaucks Ukraine-Boykott

Politiker nennen seine Reise-Absage wegen des Umgangs mit Timoschenko ein richtiges Signal.

Die Entscheidung von Bundespräsident Joachim Gauck, wegen des schlechten Umgangs mit der inhaftierten und kranken Ex-Regierungschefin Julija Timoschenko eine Reise in die Ukraine abzusagen, wird von Regierung und Opposition einhellig begrüßt.
„Eine richtige Entscheidung“, lobte Außenminister Guido Westerwelle (FDP). „Die Entscheidung hat nicht nur eine symbolische Wirkung, sondern ist ein starkes politisches Signal“, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD, Rolf Mützenich. Sein Unions-Kollege Philipp Mißfelder nannte Gaucks Schritt „konsequent“. Grünen-Chef Cem Özdemir sprach von einer „klaren Ansage“. Die Ukraine müsse sich zu den Prinzipien Europas bekennen, auch Häftlinge menschenwürdig behandeln.
Genau das geschieht offenbar nicht, wie aus dem Gutachten der Charité-Professoren Karl Max Einhäupl und Norbert Haas hervorgeht, die Timoschenko untersucht hatten. Sie, so heißt es darin, „äußere die Sorge, man könne ihr durch Injektionen Schaden zuführen“. Die „Verabreichung von Schmerzmitteln“ an die rückenkranke Frau habe man „von Konditionen“ wie Vernehmungsbereitschaft abhängig gemacht. Einen Rollator habe man Timoschenko verweigert. Selbst eine von der Familie beschaffte Gehhilfe habe sie nicht benutzen dürfen. 

Donnerstag, 26. April 2012

"My Rainbow Race"

"Zusammen werden wir, Brüder und Schwestern, 
als kleine Kinder des Regenbogens und der grünen Erde leben."

Israel feiert sein 64-jähriges Bestehen

Am Gedenktag patroullierte der Performance-Künstler Yuda Braun als weißer Soldat entlang der Grenze von 1967.

Die Linke fordert Grundrecht auf Internet


Die Partei "die Linke" fordert, den Zugang zu einem internetfähigen Computer künftig als Teil des „soziokulturellen Existenzminimums“ zu werten. Entsprechend solle jeder Deutsche zeit- und ortsunabhängig in der Lage sein, im Internet zu surfen. Auch die Pfändung eines entsprechenden Gerätes wäre - wie bei einem Fernseher - dann nicht mehr möglich. 

Der Vorschlag geht aus einem Schreiben der Bundestagsfraktion der Linken hervor. Dort wird die Bundesregierung aufgefordert, unverzüglich einen Gesetzesentwurf vorzulegen, der sicherstellt, dass ein internetfähiger Computer in Form eines Sonderbedarfs als „Bestandteil des sozialkulturellen Existenzminimums anerkannt wird“. Entsprechend müsse dafür gesorgt sein, dass jeder Deutsche unabhängig von seinem Einkommen oder anderen Aspekten das Recht auf die Verfügbarkeit eines internetfähigen Computers hat.

Als Begründung für diese Forderung nennt die Partei einige Argumente. So habe der technologische Fortschritt der letzten 20 Jahre dafür gesorgt, dass sich klassische Handlungs- und Informationsalternativen zugunsten digitaler Angebote auflösen. Außerdem präge der Zugang zu ungefilterten und unzensierten Inhalten von Kultur, Wissen und Informationen und die Möglichkeit zum Austausch von Meinungen die Bürger mittlerweile in einer dominanten Weise. Auch auf die Option der politischen Teilhabe im Netz gehen die Abgeordneten in ihrem Schreiben ein. So erfolge die Verkündung und die Veröffentlichung neuer Gesetze mittlerweile zunehmend über die elektronischen Medien. Selbst Verwaltungen würden Informationen, Formulare und Kontaktdaten sowie die Möglichkeit zur elektronischen Kontaktaufnahme außerhalb von Sprechzeiten über das Netz bereitstellen.

Sollte es in Folge des Antrages tatsächlich zu einer Umsetzung der Forderung kommen, wäre einem Deutschen der Zugang zum Internet nicht ohne Weiteres zu nehmen. Auch im Falle einer Pfändung wäre ein internetfähiger Rechner nicht einziehbar. In Finnland wurde ein ähnliches Recht bereits Mitte 2010 umgesetzt.

Ein Gedicht und Zwei



salam alaikum

Eure Toten wollen euch nicht mehr kennen
Darum beruft euch lieber nicht mehr auf eure Toten
um die Welt schweigen zu machen jedes Mal wenn ihr tötet
Darum tut lieber nicht mehr
als wären sie das gewesen was ihr seid
als wäret ihr wirklich noch ihre echten Kinder und Enkel
denn ihr habt Verrat begangen an ihrem Leben und Sterben
als ihr eingetreten seid in die Dienste derselben Ordnung
die eure Toten gequält und getötet hat.

  [Erich Fried]



وموتاكم لا تعرف أعطيه لك 
لذلك يدعو ليس أكثر كنت تفضل استخدام موتاكم

إسكات جميع أنحاء العالم على بذل كل مرة تقوم فيها قتل

ولذلك لا يفضلون

من كان يمكن أن يكون أنهم ما كنت

كما لو كنت أصيلة حقا ولا أولادهم وأحفادهم

لأنه قد ارتكب خيانة لك في الحياة والموت

كما دخلت انتم في خدمة نفس الترتيب

بك ميت، وعذبوا وقتلوا.
  [ابراهام لنكولن]

Zukunft ist nicht Gestern, und auch nicht das Morgen


Mittwoch, 25. April 2012

Ein arabischer Traum



Nach Ehefrauen-Mord: Vorwürfe an Justiz


Frauenministerin kritisiert Untätigkeit bei Gerichten und Polizei des eigenen Landes

Istanbul - Ein nach einer Messerattacke auf seine Frau vorübergehend festgenommener Mann hat sein Opfer in der Türkei kurz nach seiner Entlassung getötet. Dieser Fall hat heftige Regierungskritik an der Justiz des eigenen Landes ausgelöst. RichterInnen, StaatsanwältInnen und Behörden hätten keine Ausreden mehr, bei Gewalt gegen Frauen untätig zu bleiben, sagte Frauenministerin Fatma Sahin nach Medienberichten vom Mittwoch.

Näherungsverbot ausgesprochen

Die 34-jährige Ayse Ince wollte sich nach Angaben ihrer Schwester scheiden lassen und hatte sich wegen Drohungen ihres Mannes an die Justiz gewandt. Ein Richter verbot Mehmet Ince, sich seiner Frau zu nähern. Vor zwei Wochen griff er diese jedoch erstmals mit einem Messer an und befand sich kurz in Haft. Bei einem erneuten Messerangriff tötete er sie.

Bestrafung von untätigen StaatsanwältInnen und PolizistInnen im Gespräch

Ministerin Sahin verwies auf ein kürzlich verabschiedetes Gesetz zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen. Kein Staatsanwalt könne mehr sagen, er habe keine Handhabe, um potenzielle Gewalttäter hinter Gitter zu bringen. Die Ministerin kündigte Gespräche über eine mögliche Bestrafung von Staatsanwälten und Polizisten an, die trotz bestehender rechtlicher Möglichkeiten zu wenig unternehmen, um Frauen zu schützen.

Seit Jahresbeginn bereits 47 Morde

Nach einer Zählung des Nachrichtenportals Bianet wurden von Jänner bis Ende März 47 Frauen in der Türkei von ihren Ehemännern, Ex-Männern, Geliebten, Verwandten oder anderen ihnen nahestehenden Personen getötet. Im vergangenen Jahr lag die Gesamtzahl der Opfer demnach bei 252.

Die Natioanalen !


Null - Euro Schein


Dienstag, 24. April 2012

Magdalena Marsovszky

Heute sind wir so weit, dass wir Menschenleben retten müssen !

Wie sich der Alltag der Lager-SS gestaltete

"Arbeitsplatz" Konzentrationslager: Wiener Zeithistoriker zeigen, dass sich die KZ-Schergen als gar nicht so anders gaben als der Rest der Gesellschaft 
Die Augen geschlossen, mit völlig entspannten Gesichtszügen, weit zurückgelehnt in ihren Stühlen, sitzen zwei junge Männer an einer Hauswand und genießen die Mittagssonne. Eine fast beschauliche Szenerie, würde sie sich nicht vor dem Hintergrund entsetzlicher Verbrechen abspielen. Es handelt sich um zwei SS-Leute, die offensichtlich eine Pause machen - von ihrem Dienst im KZ Mauthausen. Das Foto wirkt wie ein Trugbild angesichts der bekannten Bilder von schuftenden, ausgemergelten und getöteten Häftlingen. 

"Das Bild ist deswegen so beunruhigend, weil es das Exotische vom KZ-Personal nimmt", sagt Bertrand Perz, Zeithistoriker an der Universität Wien. "Es zeigt: Auch im KZ herrschte so etwas wie Normalität." Wie sich der "Arbeitsalltag" im Konzentrationslager Mauthausen gestaltete, wie sich das Personal zusammensetzte und wie das Lager organisiert war, will eine Forschungsgruppe rund um Perz in einem vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützen Projekt zur "Lager-SS Mauthausen" zutage bringen. 

Dabei gehen die Historiker neue Wege in der Täterforschung: Diese befasste sich lange Zeit vor allem mit der Rekonstruktion einzelner Biografien. Zahlreiche TV-Dokus rückten in den letzten Jahren eine emotionalisierte, ins Voyeuristische abdriftende Perspektive auf das Privatleben der Täter in den Vordergrund. "Es gibt kaum Studien, die sich im Detail mit dem gesamten Personal im KZ und dem komplexen Beziehungsgeflecht innerhalb und nach außen auseinandersetzen", sagt Perz. Letztlich geht es darum, "das Leben vor Ort vor dem Hintergrund der enormen Gewalt zu betrachten - das für das SS-Personal nicht so viel anders war als im Rest der Gesellschaft." Eine Erkenntnis, die einen weiteren Puzzlestein für die Erklärung der kaum fassbaren Verbrechen liefern könnte. Von den 200.000 Menschen, die zwischen der Errichtung im August 1938 und der Befreiung am 5. Mai 1945 nach Mauthausen deportiert wurden, überlebte nur die Hälfte. 

Keine Randexistenzen 

Seit Anfang 2011 durchforsten Perz und seine Mitarbeiter Christian Rabl, Stefan Hördler und Magdalena Frühmann zigtausende Aktenseiten, um die Strukturen dieser Zweigstelle in einem Konzern der Ausbeutung und Vernichtung nachzuzeichnen. Enge Kontakte wurden sowohl mit der Zentrale in Oranienburg als auch mit örtlichen Behörden gepflegt. Als Quelle dienen die Bestände der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, SS-Personalakten aus dem Bundesarchiv Berlin und internationale Archive. Eine ergiebige Fundgrube stellen Gerichtsakten aus Nachkriegsprozessen dar, persönliche Dokumente und Erinnerungen des KZ-Personals sind eher dürftig. 

"Man kann davon ausgehen, dass die Lager-SS aus der Mitte der Gesellschaft kam und nicht - wie oft angenommen - aus Randexistenzen bestand", sagt Perz. "Das KZ-Personal war sehr heterogen: Arbeiter, Mittelschicht, Gewerbe, Akademiker - alles war vertreten."
Im Frühjahr 1945 erreichte die ständige Expansion einen Höhepunkt: 10. 000 Bewacher waren im Mauthausen-Komplex samt Nebenlagern beschäftigt - fast doppelt so viele wie in Auschwitz. Während sich der Kommandaturstab durchgängig aus der SS rekrutierte, wurden die Wachmannschaften anfangs von den sogenannten SS-Totenkopfverbänden gestellt und ab 1942 durch junge Männer aus deutschsprachigen Volksgruppen in Rumänien, Ungarn und Jugoslawien verstärkt. Ab 1944 wurden Wehrmachtssoldaten eingesetzt. 

Gegen Kriegsende war das Spektrum groß: 150 "Trawnikis" - in Kriegsgefangenenlager angeworbene Ukrainer, die in Vernichtungslagern in Ostpolen am Judenmord beteiligt waren - waren genauso wie Theaterschauspieler und Feuerwehrleute zur Bewachung der Häftlinge abgestellt. Zivilisten und Hilfskräfte arbeiteten ständig in der KZ-Verwaltung, in der SS-Firma "Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH", die die Steinbrüche betrieb, und für Rüstungsfirmen wie Steyr-Daimler-Puch. Ab Herbst 1944 gab es Aufseherinnen für die Frauenlager. 

"In der Täterforschung spielt der situative Moment eine große Rolle. In einer bestimmten Gruppe und Umgebung lassen sich Menschen relativ leicht zu Gewaltbereitschaft bewegen", erklärt Perz eine These. "Wenn es dann auch einen Referenzrahmen gibt, in dem Gewaltausübung und Töten in Arbeit transformiert wird und so zur Normalität wird, entlastet das die Täter." 

Die Häftlinge bei der Arbeit anzutreiben, zu kontrollieren, sie zu quälen, zu drangsalieren und zu töten war Teil eines Systems, in dem Gewalt der Normalfall war und das auch durch privilegierte Funktionshäftlinge getragen werden musste. Außerhalb dieser Gewalttätigkeit gestaltete sich der Alltag ähnlich wie in einer Kaserne. Die KZ-Belegschaft lebte je nach Rang mit ihren Familien in SS-Siedlungen, in Untermiete auf Bauernhöfen oder in Baracken, heiratete in die lokale Bevölkerung ein, schickte ihre Kinder in die Dorfschule, pflegte Liebesbeziehungen und war eingebunden in die örtliche Gemeinschaft. 

Vernetzung nach außen 

"Die Lager-SS nahm an Skimeisterschaften in Hinterstoder teil und spielte in der Regionalliga Fußball", berichtet Perz über die Vernetzung nach außen. "In St. Georgen an der Gusen gingen die Leute aus dem Dorf zum SS-Zahnarzt des Lagers." Besonders gut sind Konflikte dokumentiert: Sie reichen von harmloseren Fällen wie Wirtshausschlägereien und Vaterschaftsklagen bis hin zu einzelnen Gewaltausbrüchen von SS-Offizieren. Die Historiker analysieren auch die ökonomische Situation in der Lagerhierarchie. "Der Schwarzmarkt spielte eine große Rolle", sagt Perz.
Im Fokus der Forscher steht außerdem die Zeit nach der Befreiung: "Vom Kommandanturstab wurden viele vor Gericht gestellt. Die Reintegration der unteren Ränge verlief im Großen und Ganzen sang- und klanglos", sagt Bertrand Perz. "Die Masse an Wachleuten kehrte wieder in ihre Berufe zurück." Rund 300 Mauthausener Täter waren bei den Dachauer Prozessen angeklagt worden, viele lebenslänglich Verurteilte wurden spätestens 1955 entlassen. Darüber, wie groß die Bereitschaft der Gesellschaft war, die Nazi-Verbrecher wieder aufzunehmen, geben Gnadengesuche für Angeklagte Auskunft: Nicht nur Verwandte, sondern auch Pfarrer, Bürgermeister und Lehrer, selbst Funktionshäftlinge standen für die Verlässlichkeit und den guten Charakter der KZ-Schergen ein. 

"Es gab ein Netz, das die Leute auffing", erklärt Perz. "All das zeigt, dass das Bild der Psychopathen auf die meisten SS-Angehörigen nicht zutrifft, auch wenn es schwerfällt, die permanente exzessive Gewaltanwendung nachzuvollziehen." Um annähernd zu verstehen, wie der " Arbeitsplatz" Mauthausen funktionierte, versuchen die Historiker KZ-Verwaltung, Personal- und Sozialstrukturen möglichst dicht zu beschreiben. Rund 5000 Personen wurden bisher in einer Datenbank erfasst, mit umfassenden Angaben zu Herkunft, Religion, Ausbildung und Lebenslauf.
Die Ergebnisse des Projekts sollen in die Neugestaltung der Gedenkstätte Mauthausen einfließen, die 2013 eröffnet. Auch in diesem Mai finden Befreiungsfeiern im Gedenken an die Opfer des KZs Mauthausen statt.
 
 
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